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Von der
Verwobenheit des jüdischen mit dem urmünchnerischen Leben
"Offenes Theater Deggendorf" führte "Watten
Wagner Wichs" auf
Unter der Regie von Peter
Glotz führte das "Offene Theater Deggendorf" Mitte Oktober Bernhard Setzweins
Stück "Watten Wagner Wichs" im Jugendstilsaal des
Bezirksklinikums Mainkofen auf. Basierend auf einem realen
Vorfall der Münchner Stadtgeschichte beschreibt das Kammerspiel
voll "schleichender Gefährlichkeit" (Ruth Drexel) in
mehrfach überraschenden Wendungen, wie es einem fanatisierten
Jung-Nazi mit seiner selbstjustizlerisch arretierten Geisel -
dem jüdischen Kommerzienrat Lehmann - in seiner Privatwohnung
ergeht. Die "Passauer Neue Presse" hebt hervor, Regisseur "Glotz
arbeitet in den Dialogen heraus, wie verwoben das jüdische und
das Urmünchner Leben Anfang der 1930er Jahre waren. Immer wieder
trifft man auf reale Personen und Schauplätze, wie eben die
Engelhardts aus Galizien, die in ihrem Geschäft in der
Klenzestraße auf die Lederhosenträger Edelweiß und Hirschkopf
prägten. Und Toni, der doch seine Lederwichs lieber 'mit
Hakenkreuz und Runen' versehen hätte."
Der Plattlinger Anzeiger schreibt: "In München herrscht der
Ausnahmezustand, die braune Bewegung sieht sich auf Erfolgskurs
und im Sog der Ausschreitungen nimmt der ehrgeizige Jurastudent
und Hitlerverehrer Toni Schlegel (gespielt von Andreas Adam) den
jüdischen Geschäftsmann Lehmann (Andreas Gegenfurtner, in der
Maske durch Uta Mader wunderbar gealtert) fest. Er weiß dann
aber nicht so recht, was er mit ihm anfangen soll und nimmt ihn
mit in seine Wohnung, um den 'Saujud' stolz seiner Verlobten
Hanni (Johanna Mludek) zu präsentieren. [...] Ergriffen machte
der Blick in die Geschichte, der Blick darauf, was ideologische
Verblendung und Fanatismus anrichten können."
Nachzulesen ist das Stück in der Buchausgabe des lichtung verlages (siehe
hier).
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