Überraschenden Besuch erhält Anton (in der Mitte Andreas Adam) von Parteifreund Karl (re. Friedemann Heid) und hat doch den jüdischen Kommerzienrat Lehmann (Andreas Gegenfurtner) in seiner Wohnung.
 
 
 
Von der Verwobenheit des jüdischen mit dem urmünchnerischen Leben

"Offenes Theater Deggendorf" führte "Watten Wagner Wichs" auf

Unter der Regie von Peter Glotz führte das "Offene Theater Deggendorf" Mitte Oktober Bernhard Setzweins Stück "Watten Wagner Wichs" im Jugendstilsaal des Bezirksklinikums Mainkofen auf. Basierend auf einem realen Vorfall der Münchner Stadtgeschichte beschreibt das Kammerspiel voll "schleichender Gefährlichkeit" (Ruth Drexel) in mehrfach überraschenden Wendungen, wie es einem fanatisierten Jung-Nazi mit seiner selbstjustizlerisch arretierten Geisel - dem jüdischen Kommerzienrat Lehmann - in seiner Privatwohnung ergeht. Die "Passauer Neue Presse" hebt hervor, Regisseur "Glotz arbeitet in den Dialogen heraus, wie verwoben das jüdische und das Urmünchner Leben Anfang der 1930er Jahre waren. Immer wieder trifft man auf reale Personen und Schauplätze, wie eben die Engelhardts aus Galizien, die in ihrem Geschäft in der Klenzestraße auf die Lederhosenträger Edelweiß und Hirschkopf prägten. Und Toni, der doch seine Lederwichs lieber 'mit Hakenkreuz und Runen' versehen hätte."

Der Plattlinger Anzeiger schreibt: "In München herrscht der Ausnahmezustand, die braune Bewegung sieht sich auf Erfolgskurs und im Sog der Ausschreitungen nimmt der ehrgeizige Jurastudent und Hitlerverehrer Toni Schlegel (gespielt von Andreas Adam) den jüdischen Geschäftsmann Lehmann (Andreas Gegenfurtner, in der Maske durch Uta Mader wunderbar gealtert) fest. Er weiß dann aber nicht so recht, was er mit ihm anfangen soll und nimmt ihn mit in seine Wohnung, um den 'Saujud' stolz seiner Verlobten Hanni (Johanna Mludek) zu präsentieren. [...] Ergriffen machte der Blick in die Geschichte, der Blick darauf, was ideologische Verblendung und Fanatismus anrichten können."

Nachzulesen ist das Stück in der Buchausgabe des lichtung verlages (siehe hier).